Das Palmenhaus im Schlosspark Schönbrunn ist ein eindrucksvoller Zeitzeuge der österreichischen Geschichte. Eröffnet 1882 durch Kaiser Franz-Josef I., überlebte es im 2. Weltkrieg Bombenangriffe, bei der die Verglasung beinahe vollständig zerstört wurde und viele Arten zu Grunde gingen. Ab dem Kriegsende musste es acht Jahre mit Wiederaufbau und Warten verbringen ehe es neu eröffnet werden konnte.

Heute ist das Palmenhaus eines der drei größten in Europa und weltweit. Auf 2 500 Quadratmetern Fläche, umgeben von 45 000 Glasscheiben werden sage und schreibe 4 500 Pflanzenarten beherbergt. Diese sind aufgeteilt auf drei Pavillons, die gleichzeitig drei „Klimazonen“ darstellen, die durch tunnelartige Gänge verbunden sind.

Auch architektonisch ist das Palmenhaus sehenswert: 720 Tonnen Eisen wurden für den Bau verwendet, es ist 111 Meter lang, 29 Meter breit und 25 Meter hoch. Die Stars sind jedoch klar die Pflanzen:

So gibt es einen Ölbaum, der auf 350 Jahre geschätzt wird oder eine Seychellenpalme aus der gleichnamigen Republik. Auch Werke österreichischer Biologie sind zu bewundern: So konnte etwa im Jahr 2001 eine seltene Seerosenart nach vier Jahrzehnten wieder zum Blühen gebracht werden. Diese Sensation war so beliebt, dass 1 600 Besucher sich das Öffnen der Blüte, das nur nachts stattfindet, ansehen wollten.

Ein trauriges Schicksal erleiden regelmäßig die Namensträger des Hauses: Bereits zwei Palmen mussten abgeholzt werden, weil sie zu groß wurden für das Haus und an der Decke anstießen. Eine Nachfolgerin wurde bereits eingepflanzt.

Bild (c) Friedrich Böhringer