Nach der überwältigend düsteren Atmosphäre in der Kaisergruft schlug ich vor, den Wiener Sommerabend auf eine entspannte und gemütliche Art ausklingen zu lassen: Bei kühlen Erfrischungen und traditionellen Gerichten im historischen Zwölf Apostelkeller. Man muss hier drei Stockwerke hinuntersteigen, was Opa Häschtäg sofort zu der ernsten Bemerkung führte, dass man sich hier besser „keinen antrinken sollte, sonst findet man ja nie wieder an die Oberfläche“. Mama Häschtäg und ich lachten herzhaft.
Mein Vorschlag hatte aber noch einen Grund: ich wollte mir in Ruhe anhören, was die Familie für ihr nächstes Reiseabenteuer so geplant hatte.
„Unser nächstes Ziel ist die Stadt Šibenik an der Adriaküste“, informierte mich Mama Häschtäg, während sie an ihrem Chardonnay nippte. Das klang interessant, und ich wollte mehr darüber wissen, weil ich schließlich noch nie in Šibenik war. Ich fragt sie um ein paar Fakten über die Stadt, aber bevor sie antworten konnte, unterbrach Opa mit einem breiten Grinsen unser Gespräch: „Das erzählen wir dir alles morgen im Auto!“
Ich starrte ihn an.
„Haben wir dich überrascht?“, rief Anna triumphierend.
„Ja… Ja, das habt ihr“, antwortete ich und musste ebenfalls grinsen.
Natürlich war ich dabei!
Also fuhren wir am nächsten Morgen in aller Früh los. Ich hoffte, dass ich nichts vergessen hatte, und hatte noch immer einige Fragen zu unserer Reise. Opa war hocherfreut, mir alles über die Stadt zu erzählen, was er wusste.
Šibenik ist eine historische Stadt in der Mitte Dalmatiens, wo der Fluss Krka durch eine pittoreske Landschaft in das Adriatische Meer fließt. Es ist die älteste ursprünglich kroatische Stadt am Meer: im Gegensatz zu den anderen Städten an der Adriaküste, die von den alten Griechen, Illyrern oder Römern gegründet wurde, waren die Gründer Šibeniks einheimische Kroaten.
Die Stadt wird zum ersten Mal unter ihrem heutigen Namen in Aufzeichnungen aus dem Jahr 1066 erwähnt, in einer Charta des kroatischen Königs Petar Kresimir IV, weil sie eine Zeitlang sein Hauptsitz war. Das ist auch der Grund, dass man Šibenik auch ‘Kresimirs Stadt’ nennt.
Im Laufe der Geschichte wurde Šibenik zwischen Venedig, Byzanz und Ungarn hin- und hergeworfen, bevor es schließlich ein Teil von Kroatien wurde.
Wissenswert: Šibenik war die erste Stadt der Welt, die ein mit Wechselstrom betriebenes Straßenbeleuchtungssystem einführte, nämlich am 28. August 1895.
Die Stadt wurde in der Zeit von 1431 bis 1536 von einigen verschiedenen Architekten ganz aus Stein erbaut und vereint Gotik mit Renaissance-Architektur. Es gibt hier vier Festungen, von denen man eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt, das Meer und die umliegenden Inseln genießen kann. Heutzutage sind die Festungen beliebte Ausflugsziele und verfügen über verschieden Angebote für Touristen.
Anna freut sich schon auf das Internationale Kinderfestival, das hier jedes Jahr im Sommer stattfindet und für das umfangreiche Programm mit Workshops, Spielen und Aufführungen bekannt ist. Danach werden wir durch die Altstadt spazieren, um die Festungen und natürlich die Kathedrale des heiligen Jakob, das bedeutendste Renaissancebauwerk Dalmatiens, zu besuchen.
Als wir über unsere Pläne reden, fällt uns auf, dass es wunderbar wäre, wenn es für Šibeniks Altstadt, die Festungen und die Kathedrale einen Mobilen Guide in der Oroundo-App gäbe, und wenn man immer am laufenden mit den kulturellen Veranstaltungen, Festivals und anderen Events sein könnte.
Hoffentlich werden wir Šibenik bald in die Oroundo-Familie begrüßen können!